Klimafreundlich?

Heizen mit Holz gilt als klimaneutral, weil bei der vollständigen Verbrennung nur so viel Kohlendioxid (CO2) freigesetzt wird wie der Baum während seiner gesamten Lebenszeit absorbiert hat. Bei genauerem Hinsehen offenbart sich jedoch, dass Heizen mit Holz keineswegs ohne Wirkung auf das Klima ist:

  • Ruß: Bei der - unvollständigen - Verbrennung von Holz entstehen so genannte kurzlebige Klimaschadstoffe - am relevantesten ist hierbei Ruß. Rußpartikel absorbieren das Sonnenlicht und erwärmen so direkt die unmittelbare Umgebung. Sie lagern sich auf weißen Eis- und Schneeflächen ab und beschleunigen das Abschmelzen des Eises. Durch ihre weiträumige Ausbreitung schädigen sie empfindliche Ökosysteme wie die Arktis, die weit fernab der tatsächlichen Verschmutzungsquellen liegen. Außerdem beeinflusst Ruß indirekt den Niederschlag und die Wolkenbildung.
  • Ineffizient: Vielfach werden Holzfeuerungsanlagen lediglich aus Komfortgründen oder als Zusatzheizung genutzt. Dies gilt insbesondere für Kaminöfen, deren Wärmeleistung oft überdimensioniert ist und sich schlecht regeln lässt. Besitzt der Ofen keinen Pufferspeicher, werden große Mengen überschüssiger Wärme produziert, die nicht effizient genutzt werden.
  • Falsche Anreize: Da Holz zudem vergleichsweise günstige Wärme verspricht, verzichten Eigenheimbesitzer mitunter auf die energetische Sanierung und bessere Dämmung des Hauses.
  • Abholzung: Falls die Wiederaufforstung nicht mit dem wachsenden Bedarf an Brennholz Schritt hält, führt Holzfeuerung zu einem Anstieg von CO2 in der Atmosphäre. Zudem binden Wälder und Waldböden als Senken große Mengen von Kohlenstoff und sind damit wichtige Verbündete im Kampf gegen den Klimawandel.
  • Herkunft: Wird Holz über weite Distanzen transportiert, müssen auch die verkehrsbedingten Klimagase berücksichtigt werden. Gleiches gilt für den energiebezogenen CO2-Fußabdruck, falls Holz technisch getrocknet wird.