Emissionsquellen im Vergleich

In Europa sind Heizungsanlagen in Haushalten – davon in erster Linie die Holzöfen und -kessel – gegenwärtig für mehr als 40% des Feinstaubes verantwortlich. Bei den Rußemission sind es sogar mehr als 50% - hier sagen Prognosen einen Anstieg auf fast 70% bis 2030 voraus.

Die Holzfeuerung muss verstärkt in den Fokus der öffentlichen und politischen Diskussion rücken, da in anderen Bereichen bereits wirksame Maßnahmen ergriffen wurden. Aufgrund der EU-Abgasnormen sind mittlerweile alle neuen Diesel-Fahrzeuge mit effektiven Partikelfiltern ausgestattet, die mehr als 99 Prozent der Partikel zurückhalten. Dies wird dazu führen, dass in den nächsten Jahrzehnten der Straßenverkehr als Feinstaub- und Rußquelle weiter an Bedeutung verliert.

Betrachtet man genauer, welche Holzfeuerungsanlagen besonders relevant sind, zeigt sich ein klares Bild: Einzelraumfeuerungsanlagen, die mit Scheitholz befeuert werden, sind für den weit überwiegenden Teil der Emissionen verantwortlich. Fast 80% des Staubs aus der Holzfeuerung ist auf diese Anlagen zurückzuführen, wie eine Studie des Deutschen Biomasseforschungszentrums herausgefunden hat. Kaminöfen (freistehende Raumheizer) spielen hierbei die größten Rolle. Darüber hinaus zählen u.a. auch Kachelöfen, Speicheröfen und Kamineinsätze zur Kategorie der Einzelraumfeuerungsanlagen. Auf Kessel, also zentrale Holzheizungsanlagen, sind etwa ein Fünftel des Feinstaubs zurückzuführen.

Innenraumluft kann durch diverse Partikelquellen wie etwa Kerzen oder Toaster belastet werden. Vielen Ofenbesitzern ist jedoch nicht bewusst, dass das Heizen mit Holz ebenfalls eine relevante Schadstoffquelle in den eigenen vier Wänden sein kann. Diese Gefahr besteht insbesondere beim regelmäßigen Nachlegen und dem damit verbundenen Öffnen der Ofentür sowie durch undichte Anlagen. In neuen, gut isolierten Häusern besteht ein weiteres Problem: Hier „kämpft“ der Kaminzug mitunter gegen die hauseigene Lüftungsanlage oder den Dunstabzug in der Küche an.

Das Danish Building Research Institute hat gemeinsam mit dem DEC mehrere Untersuchungen innerhalb von Gebäuden durchgeführt. Nach 3 Stunden Brenndauer hat sich die Konzentration ultrafeiner Partikel im Wohnzimmer auf rund 30.000 Partikel pro cm3 erhöht – dies entspricht dem Niveau direkt an einer stark befahrenen Straße (siehe Grafik).

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